Stadtkultur
Durch die Teilnahme am Landmark „Curriculum
fürs Leben“ bekam ich Zugang zu den vielen Möglichkeiten, die es mir in 3
Monaten erlaubten, ein Projekt dieser Dimension durchzuführen.
Ich erlebte erstmalig, wie Kommunikation tatsächlich ein Zugang zu Kraft,
Klarheit und Ausstrahlung war, die neue Realitäten erschuf und ermöglichte.
STADTKULTUR
Mittwoch, 26. November 2003 1/ STADT / Seite 6
Eine weihnachtliche Soiree der besonderen Art
findet am 1. Dezember um 18 Uhr in der Egidyenkirche statt: Das "1. Nürnberger
Cello Orchester" spielt u. a. Werke von Johann Pachelbel, David Funck, Engelbert
Humperdinck, und Heinrich Hartl.
Die Idee, Cellisten der beiden großen Nürnberger Orchester (Philharmoniker und
Symphoniker), Cello-Lehrer von Musikhochschule und Musikschulen, freischaffende
Cellisten sowie fortgeschrittene Cello-Schüler zusammen auf eine Bühne zu
bringen, trägt der Cellist Peter Thalheimer schon länger mit sich herum.
Inspiriert wurde er durch ein ähnliches Projekt der Berliner Philharmoniker.
Von dort erhielt er auch wertvolle Tipps für die Durchführung eines Projekts
dieser Größenordnung. Die Umsetzung innerhalb von nur drei Monaten ist ein
Wagnis und eine ganz besondere Herausforderung. Doch sie ist nicht zuletzt Teil
einer Ausbildung, die Peter Thalheimer bei "Landmark Education" in Frankfurt
absolviert, einem weltweit tätigen amerikanischen Bildungsinstitut bei dem
Selbstausdruck und Führungsqualität bewiesen werden soll.
Die meisten Mitwirkenden des "1. Nürnberger Cello Orchesters" wurden persönlich
von Thalhelmer angesprochen, angerufen oder- angeschrieben. Dabei gab es jedoch
immer wieder Überraschungen, denn eigentlich dachte der Maestro, dass er die
Nürnberger Szene kennt. "Schließlich habe ich hier studiert", sagt Peter
Thalheimer. Immer wieder sei er aber auf ihm unbekannte Namen gestoßen.
Irgendwann hat sich die Zahl der Teilnehmenden dann bei 50 eingependelt. Es
hätten durchaus 100 werden können, doch dann hätte man sich nach einem größeren
Raum umschauen müssen. Die größte Schwierigkeit in der Vorbereitung war, alle
Beteiligten unter einen Hut zu bekommen denn Philharmoniker und Symphoniker
haben einen festen Proben- und Dienstplan.
"Alle sofort begeistert"
"Die ganze Sache macht riesigen Spaß, weil die
Resonanz durchwegs positiv ist", sagt Thalheimer kurz vor der Premiere und
strahlt dabei. Es sei eine Art Familientreffen und dann auch noch für einen
guten Zweck, da waren alle sofort begeistert." Auch Dirigent Werner Andreas
Albert. Er freut sich auf diese Aufgabe, denn er hat früher selbst einmal Cello
gespielt. Ein Orchester, das ausschließlich aus Celli besteht, hat Albert in
seiner langen Laufbahn bis jetzt aber noch nicht geleitet.
Thalheimer ist froh, mit ihm jemanden gewonnen zu haben, der viel
Fingerspitzengefühl im Umgang mit Profis wie mit Laien habe. Und das scheint ein
sehr wichtiger Punkt zu sein, denn die Liste der Mitwirkenden ist bunt gemischt.
Dieter Schurig zum Beispiel ist seit zwei Jahren pensioniert und mit 67 Jahren
einer der ältesten Mitwirkenden. "Ich kenne fast alle", sagt er. Trotz seiner
gut 38 Dienstjahre bei den Nürnberger Symphonikern kann er sich aber noch nicht
so recht vorstellen, wie das alles so klingen wird. "Freilich habe ich früher
auch mal in einem Cello-Ensemble gespielt", sagt er, "aber da waren wir zu fünft
oder zu sechst. Jetzt sind wir 50!" Als die Anfrage kam, hat Dieter Schurig
sofort zugesagt. Nicht nur, weil es sich um ein Benefizkonzert zugunsten der
Nürnberger Wärmestube handelt, sondern auch, weil er sich freut, seine
ehemaligen Kollegen wiederzusehen.
Zu den jüngsten Mitwirkenden zählt die 15-jährige Schülerin Aurea Prahse. Sie
spielt seit sechs Jahren Cello und übt zwei Stunden pro Tag. Die Stücke hat sie
drauf, aber ein bisschen aufgeregt ist sie schon, wenn sie daran denkt, mit all
den "alten Hasen" zu spielen.
Peter Thalheimer hat genaue Vorstellungen über den Klang des Cello-Orchesters:
50 Celli können klingen wie ein überdimensionaler Bienenschwarm", schwärmt er.
Eine Bereicherung für die Nürnberger Kulturlandschaft wird dieses Konzert in
jedem Fall. Gut möglich, dass das Publikum auch ins Schwärmen kommt - und viel
spendet für die Wärmestube.